
Aus gegebenen Anlass möchten wir dringend darauf hinweisen, dass der als "Raupenleim" angebotene "Schutz" vor an Obstbäumen hochkriechenden Raupen und Ameisen eine tödliche Gefahr für Gartenvögel darstellt. Vögel bleiben mit ihren Federn daran haften. In ihrem Kampf, sich von der klebrigen Masse zu lösen, bleibt mehr und mehr vom Vogel an dem Ring kleben. Vögel, denen es gelingt, sich zu befreien, sind anschließend meist flugunfähig und dem Tod geweiht.
Alternative zum Leimring: Hängt Nistkästen auf! Ein einziger Kohlmeisennestling vertilgt mehrere Dutzend Raupen am Tag - bei einer durchschnittlichen Gelegegröße von 9 Eiern und zwei Bruten im Jahr kommt da einiges zusammen!

Die Wirkungsweise scheint simpel und umweltverträglich: Die vom Gärtner gefürchteten und flugunfähigen Weibchen der Frostspanner krabbeln am Stamm hoch, bleiben an dem aus natürlichen Harzen bestehendem Leim kleben und können deshalb keine Eier legen.
Für Vögel muss das aussehen, wie ein reich gedecktes Buffet. Leider macht der klebrige Leim auch vor ihnen nicht halt.

Diese bis zur Unkenntlichkeit verklebte Kohlmeise hat sich freigekämpft. Sie wurde flugunfähig im Garten der Finder aufgelesen.
Leider war sie nicht zu retten. Sie ist nach kurzer Zeit gestorben.
Hätte sie überlebt, hätte sie viele Wochen oder Monate in der Voliere verbringen müssen - bis ihr durch die Mauser ein neues Federkleid gewachsen wäre. Mit Sicherheit hätte sie die Brutsaison verpasst - bei der sowieso kurzen Lebensspanne einer Meise ein herber Verlust.

Hier hat ein Grünspecht eine Stoßfeder gelassen. Mit etwas Glück ist er mit dem Leben davongekommen.
Unnötig ist es trotzdem.
Bericht: DC / 18.01.2026
Der Leim ist wahnsinnig klebrig und ist kaum abzuwaschen.
Erste Abhilfe kann dadurch geschaffen werden, dass der Leim mit Speisestärke oder Maismehl bestäubt wird.
Dann vorsichtig den Vogel von der Falle lösen und in der Wildvogelhilfe abgeben.
Viel Glück!