Sterben unserer Feldsperlinge

Ein ungeklärtes Phänomen - Wir bitten um Mithilfe!

Aus den verschiedensten Quellen wird ein massiver Rückgang des Feldsperlings berichtet, oft sogar lokales Erlöschen von Populationen. Das kann vielerlei Ursachen haben, aber es ist alarmierend genug, um näher hinzuschauen. Dr. Eckhard Gottschalk (Naturschutzbiologie, Uni Göttingen, [email protected] ), Prof. Michael Lierz (Direktor der Klinik für Vögel, Reptilien und Amphibien Gießen), Dr. Christoph Müller (Zentrum für Pharmaforschung Uni München) und Thomas Brandt (Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer) interessieren sich für die Ursachen und bitten um Mithilfe. Evtl. finden Sie z.B. bei Nistkastenkontrollen tote Feldsperlinge. Frischtote Feldsperlinge sollen in Gießen auf Krankheiten und danach noch am Uni-Klinikum in München auf Gifte untersucht werden.

 

Da der letzte Aufruf zum Einsenden von Totfunden nur wenige Fälle ergeben hat, möchten wir noch einmal dazu aufrufen. Wir möchten auch ausdrücklich anregen, auch regelmäßige Winterkontrollen an Nistkästen durchzuführen. Immer wieder sterben Feldsperlinge auch im Winter in den Nistkästen. Bei regelmäßigen Kontrollen in Gebieten mit Feldsperlingsvorkommen steigt die Chance, verwertbare Funde zu erhalten. Verweste Kadaver oder eingetrocknete Mumien fallen für einige Untersuchungen aus. Sie können aber immer noch Spuren von evtl. anhaftenden Giften (z.B. Saatbeizen) enthalten. Deshalb bitten wir Sie nun, alle Totfunde von Feldsperlingen einzusenden. Zur Brutzeit auch nicht geschlüpfte Eier einsenden!

Bitte so vorgehen:

  

1.      Frischtote (1-3 Tage) Vögel nicht einfrieren, sondern sofort mit einem Kühlakku nach Gießen schicken. Für Untersuchungen auf Erreger sind Vögel besser, die nicht eingefroren sind. Lässt sich das Einfrieren aus organisatorischen Gründen nicht vermeiden, lässt sich der Vogel aber trotzdem untersuchen. Vor dem Versand bitte das Einsendeprotokoll der Vogelklinik Gießen ausfüllen (Link unten; auf dem Blatt finden Sie auch die Adresse). Dort vermerken bei „Sonstiges“: „Projekt Feldsperling Lierz/Gottschalk“. Als Päckchen im Karton (nicht in einem Umschlag) an die Vogelklinik in Gießen schicken.

 

2.      Frischtote Vögel mit unklarem Todesdatum besser einfrieren. Für Giftanalyse ist das ok. Falls ein toter Sperling auf Eiern liegt, auch die Eier mit einfrieren! Der Dotter ist perfekt für eine Giftanalyse. Fundort und Funddatum vermerken.

 

3.      Auch Mumien bitte einschicken!

 

4.      Alle Todesfälle protokollieren

 

Einsendeprotokoll:

https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb10/institute_klinikum/klinikum/kvraf/formulare/Einsenderprotokoll/view

 

Als Hinweis zur rechtlichen Lage: Nach Paragraph 45 Absatz 4 Bundesnaturschutzgesetzt ist es für nicht streng geschützte Arten- und das ist der Feldsperling nicht - zulässig, tote Vögel für Forschung zu verwenden.

 

Teilen Sie uns bitte auch die Fundumstände mit: [email protected]

 

Vielen Dank!