Viel Wind um die Beobachtungsplattform

Die neue Beobachtungsplattform an der "Alten Postbrücke" wird als politischer Spielball missbraucht!

Foto: U. Androsch
Foto: U. Androsch

Im Zuge des Mammut-Projekts zur Renaturierung der Weschnitz wurde auch diese Aussichtsplattform gebaut. Sie bietet eine Möglichkeit, über den Damm in das Naturschutzgebiet zu schauen. Gerade zur Zeit des Vogelzugs bietet sich hier bisweilen die Möglichkeit, einige interessante Vogelarten wie Kraniche, Kiebitze und andere zu beobachten.

In der Ausgabe des "Länderspiegel" des ZDF vom 26.05.2018 wurde im Rahmen des Beitrags "Hammer der Woche" diese Hütte heftig kritisiert. Sie sei angeblich nicht hoch genug um funktionell zu sein und die Baukosten seien daher Verschwendung von Steuergeldern gewesen. So die politischen Widersacher des Renaturierungsprojekts.

In einer verblüffend schlecht recherchierten Kurzreportage mit hochgradig manipulativ wirkenden Kameraeinstellungen und einer kleinen Schar von interviewten Nicht-Experten wurde somit von einem Sender der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten eine Darstellung geboten, die weder mit dem Eindruck, der sich bei einem Besuch der Hütte vermittelt, noch mit dem Nutzwert der Hütte übereinstimmt. Daher sehen wir uns als Naturschützer und Ornithologen, die von der Beobachtungshütte, gefordert, eine Gegendarstellung zu dem Beitrag des ZDF zu veröffentlichen.

Zunächst hätten die Macher der Reportage einmal nach der Intention der sich beschwerenden Menschen erkundigen sollen. Uns scheint doch sehr, dass sie sich von einer Gruppe nörgelnder, politisch motivierter Widersacher vor den Karren haben spannen lassen. Eine sorgfältigere Recherche ihrerseits hätte ergeben, dass die Ornithologen, welche das Gebiet bereits seit Jahrzehnten betreuen, bisher jedes Jahr den Vogelzug auf der Heppenheimer Seite von der Alten Postbrücke aus beobachtet, verfolgt und dokumentiert haben. Die Postbrücke liegt auf gleichem Niveau wie die Beobachtungsplattform und die Sichtweite reicht vollkommen aus um die dort rastenden Vögel identifizieren zu können. Vonnöten ist hierfür, wie auch vom Hans-Ludwig-Turm aus, ein Fernglas oder, besser noch, ein Spektiv. Besucher, die sich nicht auf Naturbeobachtungen mit dem damit einhergehenden Distanzbedürfnis wildlebender Tiere einlassen können oder wollen, sollten darüber nachdenken, lieber einen Ausflug in den Zoo zu unternehmen. Wir Ornithologen freuen uns zumindest, nun einen deutlich windgeschützteren Ort für unsere Beobachtungen zu haben. 

Interessant war auch die Auswahl der vom ZDF befragten Personen. Diese haben völlig unfundierte Meinungen geäußert. Ihre Kompetenz, falls denn eine Fachkompetenz die Plattform oder gar das Weschnitzinsel-Projekt betreffend, überhaupt vorhanden war, wurde vom Regisseur des „Hammers“ in keiner Weise gekennzeichnet. Somit wurden die Aussagen der Befragten so obsolet wie deren Inhalt bereits vermuten ließ. Eine Befragung von Ornithologen und Naturschützern fehlte gänzlich. 

Auch lieferte der gesamte Beitrag leider keinerlei Hintergründe zu dem Naturschutzgebiet, der Renaturierungsmaßnahme oder der Aussichtsplattform und entbehrt damit jeder Grundlage journalistischen Handwerks. Die in Deutschland so groß geschriebene und wichtige Pressefreiheit bringt neben der Freiheit auch eine Pflicht der Verantwortung mit sich. Diese birgt die Pflicht zur sorgfältigen Recherche und zur Beleuchtung verschiedener Blickwinkel unter Einbeziehung von Expertenmeinungen, um ein möglichst umfassendes Bild der Situation darzustellen. Dieser Pflicht ist der Regisseur dieser Sendung aus Sicht des NABU und vieler derer, die in die Konzeptionierung, Planung und Durchführung des Projekts eingebunden waren, nicht nachgekommen. Daher hoffen wir, mit diesem Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts beitragen zu können und laden jeden ein, sich die Beobachtungshütte vor Ort anzuschauen, den Verwendungszweck dabei im Blick zu behalten und sich gegebenenfalls mit den Ornithologen des Kreises Bergstraße in Verbindung zu setzen.

Weitere Informationen

Im folgenden finden Sie informative Links zu dem Projekt, sowie - falls Ihnen der Beitrag des ZDF entgangen sein sollte - zum Hammer der Woche:

 

 

Renaturierung der Weschnitz

 

Hammer der Woche

Blick von der Weschnitzinsel in die Hütte: dezent und wenig störend, Foto: U. Androsch
Blick von der Weschnitzinsel in die Hütte: dezent und wenig störend, Foto: U. Androsch

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